Die 5 Standardtänze

Sie sind zur Hochzeit Ihrer Kollegin eingeladen? Sie wollen auf einen Faschingsball? Ihre Firma wird ein feierliches Jubiläum begehen? Gut, wenn Sie dann Walzer tanzen können… Wer Standardtänze beherrscht, macht auf jedem Parkett eine gute Figur. Und wenn kein solcher Termin ansteht, macht die Bewegung zur Musik einfach Spaß! Bis heute ist Standard Tanzen die wahrscheinlich eleganteste Art der nonverbalen Kommunikation. Ein wenig nostalgisch, wunderbar stilvoll und genau deswegen zu jeder Zeit aktuell. U

Langsamer Walzer


Der Langsame Walzer entwickelte sich in England in den 20er Jahren aus dem Boston. Der Boston entstand schon um 1910 und war ein Versuch zur Modernisierung des Wiener Walzers. Er wurde schneller gespielt als heute der Langsame Walzer und war schwieriger durch die teilweise Zwei-Schritt-Einteilung auf den 3/4 Takt. Für die Entwicklung und Choreographie des langsamen Walzers in den 20er Jahren waren vor allem die englischen Tanzlehrer richtungsweisend. Deshalb hieß er in Deutschland auch English Waltz (in England nur Waltz). Seit 1929 gehört der Langsame Walzer zum Turnierprogramm der Standardtänze.

Wiener Walzer

„Alles Walzer!“, ruft die Menge begeistert, und schon drehen sich die jungen Damen – alle in weiß – und die jungen Herren in schwarz elegant im Dreiviertel-Takt. Der Donauwalzer von Johann Strauss, der geschmückte Festsaal, die schönen Kleider – dieses Bild ist typisch für den vielleicht bekanntesten Standardtanz, den Wiener Walzer. Und was könnte den Charakter dieses Tanzes so gut widergeben wie der Wiener Opernball? Doch ganz so prachtvoll muss es gar nicht immer sein. Ob die private Hochzeit, der Ball zum Firmenjubiläum oder das Tanzturnier: den Wiener Walzer hat jeder schon einmal gesehen.

Beim Wiener Walzer erklingt stets der typische Dreiviertel- oder Sechsachtel-Takt. Auf Bällen und Turnieren ist meist klassische Musik zu hören, wie weiter oben schon angesprochen oft von Johann Strauss und Johann Strauss Sohn. Doch wer nun glaubt, die moderne Rock- und Popmusik lasse sich diesen schwungvollen Rhythmus entgehen, der irrt: Billy Joels „Piano Man“ oder Annett Louisans „Ich will doch nur spielen“ sind ebenfalls Wiener Walzer – und natürlich einige Filmmusiken aus „Fluch der Karibik“ oder „Harry Potter“. Der Tanz kommt auf ungefähr 60 Takte pro Minute, das ist doppelt so schnell wie beim Langsamen Walzer.

Tango

Unter den Standardtänzen ist der Tango der Tanz der Liebe und Leidenschaft. Er handelt vom Spiel der Geschlechter miteinander und inszeniert dieses mit langen, schreitenden Schritten und Promenaden. Längst hat der Tango jedoch die schummrigen Bars in Buenos Aires verlassen und ist gesellschaftsfähig geworden.

Der Tango ist zwar in gewissem Sinne der technisch einfachste Standardtanz, trotzdem gibt es zahlreiche Details zu beachten. Die Grundbewegung besteht aus einfachen Gehschritten vorwärts und rückwärts, die leicht kurvend getanzt werden können. Sie werden oft auch als Verbindung verschiedener Figuren benutzt. Gehschritte vorwärts werden normalerweise mit der Ferse angesetzt. Um dynamische Aktionen abzustoppen und den kurvenden Effekt hervorzubringen, müssen bestimmte Schritte mit der Innenkanten des Fußes angesetzt werden. Da es im Tango kein Auf und Ab gibt, verlaufen die Bewegungen immer in der gleichen Ebene. Auch die Füße dürfen nicht wie bei anderen Standardtänzen über den Boden geschleift werden, die Musik fordert zum Setzen der Füße bei allen Schritten. Die Bewegung der Beine soll zwar schnell sein, aber nicht hart, die Interpretation des musikalischen Rhythmus ist wichtig, aber gestampft werden soll nicht. Der Körper und die Füße tanzen immer gleichzeitig, auch wenn Körper- und Fußrichtung nicht immer übereinstimmen müssen. Die Tanzhaltung entspricht grundsätzlich der Standardhaltung, das Paar steht beim Tango aber etwas tiefer, vor allem steht der Herr leicht unter der Dame. Die Haltung ist außerdem noch enger und fester als beispielweise beim Slowfox oder Langsamer Walzer. Die Dame platziert ihre linke Handkante unter seinem rechten Oberarm.

Tanz und Musik haben eigentlich einen 2/4-Takt, moderne Popmusik, die als Tango tanzbar ist, hat aber meistens einen 4/4-Takt (zum Beispiel „Tango Corrupti“ von Rainhard Fendrich oder „Neverending Story“ von Limahl). Der Hauptunterschied dieser beiden Taktarten ist, dass beim 2/4-Takt jeder zweite Schlag stark betont ist, während der 4/4-Rhythmus nur jeden vierten Schlag stark betont.

Quickstep

Quickstep wird im 4/4 Takt und mit ca. 52 Takten pro Minute gespielt. Er entstand in den 20er Jahren und war eine Beschleunigung des Foxtrottes. Einen eigentlichen Grundschritt wie beim Foxtrott gibt es beim Quickstep nicht. Die Grundfiguren, die eine Art Grundschritt ergeben sind das Chassé und die Vierteldrehungen. Viele Figuren aus dem Quickstep werden auch im Foxtrott getanzt, wobei der eigentliche Quickstep schneller und mit stärkerer Bewegung im Raum getanzt wird.

Wie beliebt dieser Tanz bis heute ist, zeigen Songs wie etwa „Not fair“ von Lily Allen. Ein klassischeres Beispiel ist Glenn Millers „In the mood“.

Slowfox

Jeder, der den Slowfox schon einmal kennengelernt hat, weiß um das ihm innewohnende Gefühl: Die Schritte passen ganz herrlich auf die Musik und man meint, tatsächlich zu schweben. Aber zunächst einmal heißt es, Wolke sieben zu erreichen. Nicht ohne Grund gehört der anspruchsvolle Slowfox nicht zum Welttanzprogramm und wird in Tanzschulen meist erst weit fortgeschrittenen Tänzern beigebracht.

Der Slowfox ist neben dem Quickstep der einzige Swingtanz unter den Standardtänzen, womit auch schon seine Herkunft klar ist.

Die Technik ist wie bei allen Standardtänzen auch beim Slowfox relativ vielseitig und anspruchsvoll. Alle Schritte haben eine gewisse Schrittlänge und der Körper muss sich ständig in der Fortbewegung befinden. Auch die Bewegungen der Beine sind kontinuierlich und unterstützen den Laufcharakter des Tanzes. Vorwärtsschritte auf Slow, also Schritte, die sich über zwei Taktschläge erstrecken, werden mit der Ferse angesetzt und Vorwärtsschritte auf Quick, die nur einen Taktschlag beanspruchen, entweder mit Ballen oder Ferse. Bei Rückwärtsschritten wird der unbelastete Fuß über die Ferse nach hinten gezogen und bis auf Höhe des Standbeins geführt.

Die Musik hat einen 4/4-Takt und wird heute in einem Tempo von etwa 28 bis 30 Takten pro Minute gespielt. Aufgrund Ihrer Entwicklung ist sie stilistisch dem Jazz sehr nahe. Die Figuren im Slowfox setzen sich meistens aus 3 Schritten zusammen, die im Tempo Slow-Quick-Quick getanzt werden. Der erste langsame Schritt, also das Slow, ist zwei Taktschläge lang (halber Takt), die beiden schnellen Quicks je einen Taktschlag (viertel Takt). Fortgeschrittene Tänzer verteilen die drei Schritte gleichmäßiger auf den Takt, so wird das ganz harmonischer und wirkt nicht abgehackt. Dabei belasten sie sowohl den ersten als auch den letzten Schritt verzögert, sodass eine gleichmäßige Bewegung entsteht. Durch den verzögerten ersten Schritt ist auf dem Schwerpunkt in der Musik noch deutlich eine Gehbewegung zu erkennen,